Blog-Beiträge

Das gesprochene WORT
  Geben wir dem Wort Zeit, sich zu kleiden. Lassen wir es eine Weile ruhen in der Stille, bevor wir es in diese Welt entlassen. Legen wir Licht hinein, Wärme und Achtsamkeit, denn jedes Wort trägt eine Kraft in sich. Worte sind nicht leer. Sie können wie Hände sein, die aufrichten, wie ein Segen, der die Seele berührt — sie können aber auch verwunden und verletzen. Wir sollten sie nicht achtlos sprechen. Ein Wort, das aus Liebe geboren wird, findet seinen Weg ins Herz. Ein Wort, das aus der Stille... Mehr lesen …
Über das Geben
Was bedeutet es eigentlich, zu geben? Ist Geben nur das Weiterreichen eines Gegenstandes, einer Münze, eines Geschenkes — oder beginnt es viel früher, in einem offenen Ohr, in einem liebevollen Blick, in einer stillen Geste, in einem Raum, den wir einem anderen Menschen in unserem Herzen gewähren? Geben gehört zu den ältesten Sprachen des Menschseins. Noch bevor Worte gesprochen werden, gibt es die Hand, die hält, die Nähe, die tröstet, den Menschen, der bleibt. Geben ist nicht nur eine Handlung, sondern eine Bewegung des Herzens. Es führt uns aus der... Mehr lesen …
Ein zugewandtes Leben
Was heißt es, ein zugewandtes Leben zu führen? Ist es nur Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, menschliche Nähe? Oder ist es nicht vielmehr eine innere Haltung, eine stille Entscheidung der Seele, dem Leben nicht den Rücken zu kehren? Zugewandt zu sein bedeutet, mit dem Herzen anwesend zu sein. Es heißt, nicht nur zu sehen, sondern wahrzunehmen; nicht nur zu hören, sondern aufzunehmen; nicht nur zu begegnen, sondern den anderen wirklich zu meinen. Zuwendung sagt: Ich sehe dich. Doch Zuwendung gilt nicht nur dem Menschen. Sie weitet sich aus zur Welt selbst: zu den... Mehr lesen …
Ein Dank an das Leben
Vielleicht ist das größte Missverständnis unseres Menschseins, dass es irgendwo einen Punkt geben müsse, an dem wir „fertig“ sind. Als gäbe es eine letzte Stufe, einen Zustand ohne Reibung, ohne Fragen, ohne innere Bewegung. Doch das Leben selbst scheint anders zu sprechen. Es vollendet durch Wandlung. Es geht nicht darum makellos zu werden, sondern darin, lebendig zu bleiben – durchlässig, lernend, bereit, sich von dem, was ist, verwandeln zu lassen. Aus einer größeren Sicht ist der Mensch kein Projekt, das abgeschlossen werden muss. Er ist ein Werden. Ein Bewusstseinsweg im... Mehr lesen …
Ein Plädoyer für eine menschlichere Kultur des Abschieds
  Es ist an der Zeit, uns neu zu erinnern: Sterben, Tod und Trauer sind keine Störungen des Lebens, sondern gehören zu seinen tiefsten Übergängen. Solche Schwellen brauchen Aufmerksamkeit, Zeit, Würde und Hingabe. Wir haben gelernt, vieles zu organisieren und zu optimieren. Doch Übergänge lassen sich nicht effizient gestalten. Sie wollen gehalten, begleitet und ausgehalten werden. Denn wenn ein Mensch geht, verändert sich nicht nur ein einzelnes Leben, sondern auch ein Beziehungsraum, ein Stück gemeinsamer Welt. Darum liegt eine wichtige Aufgabe unserer Zeit darin, Abschiede nicht zu verstecken, sondern bewusst... Mehr lesen …
Ostern – wenn das Licht zurückkehrt
  Ostern ist mehr als ein Datum im Kalender. Es ist eine Bewegung. Ein Umschwung im Inneren der Welt. Aus den dunklen und kalten Monaten kehren Licht und Wärme zurück - wie ein Versprechen, das sich erfüllt. Die Erde streift den schweren Mantel ab. Und unter dem Grau, das so lange alles bedeckte, beginnt etwas zu schimmern: neues Leben, das sich erinnert. Man kann es draußen sehen – und doch geschieht es auch in uns. Das erste Grün, das sich durchsetzt. Die Knospen, die noch zögern und schon wissen, wohin... Mehr lesen …
Zeitgeist – wenn die Welt ihre Tonart wechselt
Was ist eigentlich dieser Zeitgeist, von dem so oft die Rede ist – und doch so selten wirklich gemeint wird? Ist er nur ein Wort für Trends, für Mode, für gesellschaftliche Stimmungen? Oder ist er mehr: ein unsichtbares Klima, das sich über eine Epoche legt wie eine Wetterlage über ein Land? Etwas, das nicht nur außen geschieht, sondern innen – in den Menschen, in ihren Gedanken, in ihren Sehnsüchten, in ihren Ängsten? Und wenn er mehr ist: Hat der Zeitgeist dann tatsächlich etwas mit Geist zu tun? Mit einem wirkenden... Mehr lesen …
Aufbruch
Aufbruch – wohin?Wo das Herz wach bleibt?Mutig erschaffen wir Tage. Gedanken springen über Grenzen - neue Welten entstehen.Das Leben findet Wege. Durch uns. Und jeder Schritt ist ein Ja zu dem,was werden will.     Mehr lesen …
Wandel - die schöpferische Kraft des Lebens
Sobald wir dem Tod eines Mitmenschen oder eines Tieres begegnen, sobald wir von einem Unfall, einer schweren Krankheit erfahren oder selbst betroffen sind, werden in uns Ebenen berührt, die uns unausweichlich mit Vergänglichkeit konfrontieren. Doch die Auseinandersetzung mit dem Tod ist so alt wie der Mensch selbst. Trauer, Ohnmacht, Schmerz und Abschiedsrituale kennen wir nicht nur bei uns – auch Tiere zeigen tiefe Formen von Verlust und Bindung, bis hin zur völligen Selbstaufgabe. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Der Mensch weiß um seine eigene Sterblichkeit. Er kann sie... Mehr lesen …
Geschichten, die mehr sind als Geschichten
Manche Geschichten führen uns nicht aus der Welt fort, sondern tiefer in sie hinein. Sie sind keine Flucht, sondern ein Erinnern. Wenn wir Momo, Die unendliche Geschichte oder Der Herr der Ringe lesen, betreten wir nicht nur erfundene Welten – wir betreten innere Landschaften, Räume der Seele, Spiegel dessen, was es heißt, Mensch zu sein. Diese Erzählungen sprechen vom Leben selbst: von Zeit und Verlust, von Mut und Treue, von Angst und Hoffnung. Und sie erzählen davon, dass der Mensch eingebettet ist in etwas Größeres – in einen Zusammenhang, der... Mehr lesen …
Die Wandel-Zeit der Wechseljahre – Wenn Abschied und Neubeginn sich berühren
  Die Wechseljahre sind mehr als eine hormonelle Veränderung. Sie sind ein Übergang. Und Übergänge haben immer mit Trauer zu tun. Mit dem Abschied von Bildern, die uns lange getragen haben: von Jugend, von bestimmten Rollen, von einem vertrauten Körpergefühl, von einem „So war ich bisher“. Trauer ist nicht nur die Antwort auf den Tod eines geliebten Menschen. Sie zeigt sich überall dort, wo etwas vergeht, das zu unserem Leben gehört hat. In diesem Sinn berühren die Wechseljahre einen zutiefst menschlichen Raum der sehr individuell und vielgestaltig ist. Für manche... Mehr lesen …
An den Schwellen des Lebens - warum Abschied uns alle angeht
  Sind Sterben und Tod heute noch ein Tabu – oder haben sie nur den Ort gewechselt, an dem wir ihnen begegnen? Auf den ersten Blick scheint der Tod allgegenwärtig: in Filmen, Nachrichten, sozialen Medien. Und doch bleibt er im eigenen Leben oft fern. Sichtbar, aber auf Abstand. Wir sehen ihn – aber wir lassen ihn selten wirklich an uns heran. Die gesellschaftliche Beziehung zum Tod hat sich verschoben: Nicht, weil wir weniger über ihn wüssten, sondern weil wir ihn ausgelagert haben. Aus den Familien, aus den Wohnungen, aus den... Mehr lesen …