ZEIT kennt keine Grenzen

Zeit

Kennst du den Augenblick,
den Moment?
Die Zeit trägt Flügel.

Das Gestern, das Heute und das Morgen
sind gleich.

Die Wirklichkeit kennt keine Ziffern,
keine Zeiger im Takt.

Sie nimmt, sie gibt
und sie weist über sich hinaus.

 

Es gibt Augenblicke im Leben, in denen die Zeit still zu stehen scheint, weil wir für einen kostbaren Moment aufhören, sie zu zählen. Das Gestern verliert seine Schwere, das Morgen seine Ungewissheit, und das Heute öffnet seine Arme für alles, was war, was ist und was noch kommen mag.

In meinen kurzen Zeilen „Zeit“ möchte ich diesem stillen Geheimnis des Lebens begegnen.

Jenem Augenblick, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht länger getrennte Wege gehen, sondern sich in einer einzigen Wirklichkeit vereinen.

Denn die wahre Zeit kennt keine Ziffern und keine Zeiger. Sie lässt sich nicht festhalten, nicht besitzen und nicht in Stunden messen. Sie lebt in unserem Empfinden, in der Stille zwischen zwei Gedanken, einer Berührung, einem Atemzug voller Gegenwart.

Wenn ich schreibe, dass die Zeit Flügel trägt, dann meine ich auch jene wunderbare Leichtigkeit, mit der sich unsere Seele für einen Augenblick von allem Vergänglichen lösen kann. Wir sind nicht mehr gefangen zwischen Erinnerung und Erwartung. Wir sind einfach da, ganz und ungeteilt, mitten im Leben.

Und gerade darin offenbart sich das Geheimnis. Sie nimmt uns Augenblicke und schenkt uns zugleich die Ewigkeit, die in einem einzigen von ihnen verborgen liegt. Sie gibt und nimmt, ohne nach unseren Uhren zu fragen, und weist dabei über das hinaus, was unser Verstand zu begreifen vermag.

Denn am Ende ist es nicht die Zeit, die unserem Leben seine Tiefe schenkt, sondern jener eine Augenblick, in dem wir aufhören, sie zu messen, und beginnen, das Leben in seiner ganzen Unendlichkeit zu fühlen.